Striche – welche gibt es und wann müssen diese verwendet werden?

Striche – Satzzeichen, die von den meisten Verfassern wissenschaftlicher Arbeiten unwissentlich falsch und nur von erfahrenen Autoren kontrolliert gesetzt werden.

Damit du diese Fehler in deiner Arbeit vermeidest, gebe ich nun eine kurze Übersicht der verschiedenen typografischen Striche, nenne deren Anwendungsfälle und entsprechende Beispiele.

Bindestrich

Wie dem Namen bereits zu entnehmen ist, dient der Bindestrich (-) dazu, eine Verbindung zwischen verschiedenen Wörtern/Wortgruppen herzustellen und somit deren Zusammenhang aufzuzeigen. Er muss in den folgenden Fällen gesetzt werden:

Bei Kombinationen von Zahlen und Buchstaben

z. B.: 30-minütig

Bei Datumsangaben

z. B.: 2014-10-30

Bei Worttrennungen am Zeilenende

Als Ergänzungsstrich

z. B.: anwendungs- und objektorientiert

Als Kopplungsstrich

z.B.: Max-Planck-Institut

Zur Verbesserung des Leseflusses

z. B.: Betreuer-Erlaubnis statt Betreuererlaubnis

Zum eindeutigen Verständnis von Wortzusammensetzungen

z. B.: Spielerhaltung: Spiel-Erhaltung oder Spieler-Haltung

Halbgeviertstrich

Der Halbgeviertstrich (–) vedankt seinen Namen seiner typografischen Länge. Die Bezeichnung »Gedankenstrich« ist jedoch weitaus geläufiger.

In folgenden Fällen muss dieses Zeichen verwendet werden:

Bei gedanklichen Einschüben

z. B.: ein – im Großen und Ganzen – erfolgreiches Ergebnis.

Bei Strecken- oder Zeitintervallen

z. B.: Entfernung Erde–Mond

Als Rechenzeichen

Bei Gegenüberstellungen

z. B.: geringes Training – super Leistungsergebnis

Zur Betonung von Pausen

z. B. Lektorius – Lektorat zuverlässig, schnell und kompetent.

Bei Auflistungen

z. B. – Deckblatt
……– Inhaltsverzeichnis
……– Hauptteil
……– Fazit
……– Literatur- und Bilderverzeichnis
……– Anhang

Bei glatten Währungsbeträgen

z. B.: 100,– €

Zwar gibt es noch weitere Anwendungsfälle für den Gedankenstrich, diese sind jedoch für die Erstellung einer wissenschaftlichen Arbeit nicht erforderlich.

Geviertstrich

Der Geviertstrich (—) übernimmt bei Verwendung die Funktion des Gedankenstrichs. Überwiegend wird diese Strichform jedoch nur im englisch- und spanisch-sprachigen Raum genutzt. In Deutschland wird die Meinung vertreten, dass dieser Strich auf Grund seiner Länge eine zu große Unterbrechungslücke inmitten der Sätze verursacht und somit als störend wirkt.

Schrägstrich

Der Schrägstrich (/) – auch Solidus oder slash genannt – wird weitaus häufiger verwendet. Die Anwendungsbeispiele sind:

Bei Auflistungen verschieder Alternativen

z. B.: Wissenschaftler/-in

Bei Verbindungen verschiedener Orte, Personen, Namen etc.

z. B.: Hagen/Hohenlimburg

Als Divisionszeichen

Als Gliederungszeichen

z. B.: Aktenzeichen: XY/123/A

Bei Datumsangaben

z. B.: 09/99 oder 9/10/11

In der Justiz kommt der Schrägstrich nicht nur bei der Angabe von Aktenzeichen zum Einsatz, sondern er repräsentiert bei Gegenüberstellungen auch das Wort “gegen” (Beispiel: Hr. Müller ./. Fr. Schmidt).

Nachdem du nun einen Überblick über die gängigsten bzw. häufigsten für schriftliche Arbeiten erforderlichen Strichformen hast, führe ich nun noch auf, mit welchem Code/Tastaturkürzel diese Striche digital gesetzt werden können:

Bindestrich (-): “-“
Halbgeviertstrich (–): “ALT” + “0150”
Geviertstrich (—): “ALT” + “0151”
Schrägstrich (/): “/”

Mit diesem Wissen kannst du nun je Anwendungsfall die korrekte Strichform wählen.

Viel Erfolg!